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Wenn da nur dieser Druck im Nacken nicht wäre…

40 Jahre und kein Stück weiser.
Diese Zahl nagt unermüdlich an meinem Gemüt. Loslassen und frei fühlen lautet die Devise. Ja man… Tausendmal gelesen und so klar vor Augen, dennoch komme ich nicht umher, diesem Fakt eine gewisse Bedeutung zu schenken. Wem soll ich denn bitte auch etwas vormachen?
Ich bin eine alte Schachtel. Mein Herz fühlt wie 25, aber mein Körper schreibt ganz unmissverständlich andere Zahlen. Die unerträgliche Müdigkeit bringt mich noch um den Verstand. Und von diversen Daten in meinem Pass fange ich gar nicht erst an.

Man ist so alt, wie man sich fühlt. Schon wieder so eine zwiespältige Floskel, wo sich das Phrasenschwein gleich einmal mindestens 50€ einfordert.

Es ist doch alles psychologisch gesteuert. In der einen Sekunde ermattet am Boden, im nächsten Augenblick voller Elan und Tatendrang. Nur woher kommt diese plötzliche Motivation? Wer verpasst einem diesen körperlichen sowie mentalen Energieschub? Wie kann ich lernen, dass alleine zu steuern, ohne auf Impulse von außen zu warten?

Abenteuer alleine erleben, ist einfach nicht das Gleiche.

Ich habe den uneingeschränkten Spass verloren, Dinge nur für mich zu tun. Ganz selten will ich etwas so stark, dass ich es auch alleine durchziehe. Meist bremst mich schon die Vorstellung aus, alleine loszuziehen und ich verzichte auf dieses Gefühl und bleibe, da wo ich bin, meist auch alleine.
Im Grunde hatte ich, noch nie sonderlich Gefallen daran, Dinge alleine zu unternehmen. Seit Kindertagen suche ich Anschluss, suche das Feeling dazuzugehören, sich mit Menschen verbunden zu fühlen. Also gehe ich raus, gegebenenfalls auch alleine. Das ist das, was mich antreibt, die Hoffnung und die Erinnerung, dass es passieren kann.
Und es passiert, unkompliziert und unbeschwert, wie von selbst und ich fühle mich lebendig und genau richtig. Stark und unbesiegbar.
Aber diese Unbeständigkeit nagt mehr und mehr an meinem Gemüt.
Die Abstände werden größer und ich ungeduldig. Zweifel und Traurigkeit nehmen immer häufiger Einzug. Ich schaue in den Spiegel und kann mich selbst nicht leiden. Was ist aus mir geworden?
Ich stehe mir selbst im Weg und bin wie gelähmt, unfähig mein Leben in die Hand zu nehmen.
Wenn ich mich selber therapieren müsste, wüsste ich genau, was zu tun ist. Ich wüsste genau, was ich zu mir sagen würde, um mich zu pushen, um mich anzutreiben.
Aber in der Praxis? Bin ich einfach müde, mental sowie körperlich.

Nur ein kleiner Impuls ist notwendig und ich bin wach. Hellwach, motiviert und nimmersatt.
Wie nur lerne ich für mich selbst, diese Impulse zu steuern bzw. zu erzeugen?

Der größte Killer in diesem Unterfangen ist die Zeit. Sie rennt unermüdlich, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Auf der Torte hat kaum noch eine Kerze Platz.
Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre wieder 20 und hätte alle Zeit der Welt. Alles um mich herum gewinnt automatisch an Wert. Allerdings mit diesem lauten Ticken auf meinen Ohren, lebt es sich äußerst angespannt.  

Letztens habe ich gelesen, dass sich alles um 180° wandelt und entspannt, wenn man sich von seinen Vorstellungen verabschiedet, wie das eigene Leben so verlaufen wird.
Das unterschreibe ich sofort.
Aber will ich das? Kann ich das?
Die Gründung einer eigenen Familie, ein Leben mit eigenen Kindern abhaken?

Mir blutet mein Herz. Geht es nicht genau darum?
Seit ich denken kann, sehe ich mich mit Partner und mit 2 Sprösslingen ein buntes Leben gestalten.
Nichts außergewöhnliches, und doch schon immer so weit weg und schier unerreichbar.
Ein schwieriges Unterfangen und wohl einer dieser Teufelskreise im Leben, die es zu bestreiten gilt.

Es zu erzwingen, stand für mich nie im Fokus. Die Dinge müssen sich auf natürliche Art und Weise ergeben und ihren Lauf nehmen.
Mir wird deutlich bewusst, dass ich mit Sicherheit in der Vergangenheit einige Chancen vertan habe.
Manchmal brauchen die Dinge Zeit und häufig ist es dann einfach auch zu spät. Vielleicht hätte ich hin und wieder aktiver um mein Glück kämpfen sollen, vielleicht war es blauäugig zu glauben, wenn es sein soll, werden sich die Dinge schon fügen. In jungen Jahren wusste ich die ein oder andere Gefühlsduselei vielleicht auch nicht richtig einzuschätzen und schließlich hat man noch alle Zeit der Welt. Aus heutiger Sicht definitiv nicht sonderlich smart.

Diese Erkenntnis hilft dennoch nur wenig weiter.
Mein Glück selbst in die Hand nehmen… Einfacher gesagt als getan.
Du kannst Dein ganzes Leben auf den Kopf stellen, solange Du aber unglücklich bleibst und Deine Komfortzone nicht verlässt, wird sich nichts ändern.

Nichts!

Was braucht es, um ein erfülltes Leben zu bestreiten?
Vielleicht bin ich ein Träumer, aber ist Liebe nicht der Schlüssel?
Liebe zu empfinden? Liebe zu geben? Und das höchste der Gefühle auch Liebe zu empfangen?
Gebraucht zu werden, für jemanden eine Rolle spielen, wichtig zu sein. Spürbar, nicht nur auf dem Papier.

Ohne Zweifel: Mein Defizit.

Warum spielen andere Menschen so eine große Rolle in meinem Leben?
Ist es dieses Anerkennungs- und Zuneigungsding?
Mein Umfeld hat eine ungemeine Auswirkung auf mein Wohlbefinden, auf mein Verhalten und mein Handeln.
Spüre ich Akzeptanz, entfalte ich meine Flügel, wie selbstverständlich, dann bin ich ich selbst, fühle mich wohl und sprühe vor positiver Energie und Aktionismus. Empfange ich Skepsis oder gar Ablehnung mutiere ich zum grauen stillen Mäuschen in dessen Haut ich noch nie sonderlich heimisch war und bin gefangen.

Es bedarf so wenig und ich bin glücklich.

Wenn es doch nur anhalten würde, auf ewig.

Es könnte so einfach sein, ein wundervolles Leben zu führen.
Erfüllt und glücklich. Ohne Zweifel und Schmerz…

Voller Liebe für das Leben und die Menschen darin.

Es könnte…..

Und wo bitte bleibt die Musik?

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